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Valve gab ein Interview über den Steam Controller, die Steam Machine und den Hardware-Crunch.
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Valve gab ein Interview über den Steam Controller, die Steam Machine und den Hardware-Crunch.

Valve hat bestätigt, dass der Steam Controller am 4. Mai für 99 US-Dollar auf den Markt kommt und damit Monate vor der Steam Machine und dem Steam Frame erscheint. Grund dafür war die Trennung der drei Produkte aufgrund des weltweiten RAM-Mangels. Steam Machine, Steam Frame und Steam Controller wurden ursprünglich im November 2025 gemeinsam für einen gemeinsamen Start Anfang 2026 angekündigt. Dieser Plan verzögerte sich jedoch, und Valve hat nun beschlossen, den Controller separat zu veröffentlichen, anstatt ihn weiter zurückzuhalten. Programmierer Pierre-Loup Griffais, der an SteamOS und Valves Hardware-Initiativen mitarbeitet, und Maschinenbauingenieur Steve Cardinali, der den Controller von der Konzeption bis zur Serienproduktion begleitete, erläuterten die Entscheidung in einem Interview mit IGN.

Cardinali erklärte, Valve habe den Preis von 99 US-Dollar festgelegt, indem man sich strikt an die Auswahl der Features hielt. Das Team legte als Leitkriterium die Kompatibilität der Eingabeeinstellungen mit dem Steam Deck fest, sodass jeder, der zwischen Handheld- und Desktop-Nutzung wechselt, die gleichen Bedienelemente an den gleichen Stellen vorfindet. Vergleichbare High-End-PC-Controller kosten üblicherweise zwischen 150 und 200 US-Dollar. Cardinali beschrieb den Preis als Ergebnis einer disziplinierten Materialauswahl und Entwicklungsarbeit, die den Wert der verbauten Komponenten maximierte.

Für das Team sind die beiden Trackpads und der Gyrosensor des Controllers keine optionalen Extras. Sie bilden den Kern dessen, was den Controller von einem Standard-Xbox- oder PlayStation-Gerät unterscheidet.

„Wir möchten so viele fortschrittliche Eingabemöglichkeiten wie möglich anbieten, damit die Spieler ihre Spiele genau so spielen können, wie sie es möchten. Insbesondere Gyroskop und Trackpads sind unserer Meinung nach für diese Controller mit erweiterten Funktionen sehr wichtig.“

— Steve Cardinali

Griffais erklärte, dass die Trackpads hauptsächlich in Spielen und weniger als Desktop-Ersatz genutzt werden. Spieler belegen das rechte Trackpad für die Kamerasteuerung in Ego- und Third-Person-Shootern und das linke für radiale oder virtuelle Menüs in Spielen, die stark auf die Tastatur angewiesen sind. Er bestätigte, dass die Trackpads auch für Spiele wie Crusader Kings und Echtzeitstrategiespiele verwendet werden, die ursprünglich nicht für Controller konzipiert waren. Dies geschieht häufig durch von der Community erstellte Konfigurationen, die auf dem Steam-Eingabesystem aufbauen. Die Grundlage dafür bildet der ursprüngliche Steam Controller, der sich über das Steam Deck fortsetzt, wobei jede neue Generation die Konfigurationen weiterentwickelt.

Bezüglich der Hardware-Roadmap blieb Griffais weniger konkret. Er bestätigte, dass Valve weiterhin an der Steam Machine und dem Steam Frame arbeitet und dass Neuigkeiten zum Veröffentlichungstermin in Kürze erwartet werden, nannte aber kein konkretes Datum. Er bezeichnete den Controller als wichtigen Baustein für die Steam Machine, insbesondere für Steam Machine Verified und die Einrichtung direkt nach dem Auspacken, und betonte, dass sich der Controller primär an normale Desktop-PC-Nutzer richtet, die nie eine Steam Machine anschließen. Griffais' wiederholte Darstellung der Verzögerung als logistisches und nicht als technisches Problem deutet für mich am stärksten darauf hin, dass das Gerät bei Valve im Grunde fertiggestellt ist und nur noch auf Teile und Lieferungen wartet, anstatt auf weitere Optimierungen.

„Ich denke, wenn man Steam Deck im Dock-Modus verwendet hat, ist das Erlebnis im Prinzip dasselbe. Es ist eben das plus etwas mehr GPU-Leistung.“

— Pierre-Loup Griffais

Griffais erklärte direkt, warum der Controller zuerst ausgeliefert wird. Valve verknüpfte die Veröffentlichungen nicht aus Marketinggründen, und eine umgekehrte Reihenfolge wäre schwieriger gewesen, da die Maschine ohne Controller schwer zu versenden ist. Durch die separate Veröffentlichung des Controllers erreicht man die größte Zielgruppe – Desktop-Nutzer – ohne dass diese auf die Verfügbarkeit der Maschine warten müssen.

Das Interview ging auch darauf ein, warum Valve keine Konsolenkompatibilität anstrebt. Der Steam Controller verfügt zwar über Bluetooth, doch die Kopplung mit einer Xbox, PlayStation oder Switch stellt nicht seinen vollen Funktionsumfang zur Verfügung. Jede Konsolenplattform definiert eine feste Controller-API, die das Verhalten von Gyroskop und Trackpad nicht abbilden kann. Auf Geräten, auf denen Steam nicht läuft – einschließlich Nicht-PC-Hardware und BIOS-Bildschirmen –, fungiert der Controller lediglich als Maus und Tastatur. Valve hat zwar daran gearbeitet, Nutzern das Hinzufügen von Nicht-Steam-Apps zu ihrer Steam-Bibliothek zu ermöglichen, sodass die Konfigurationsebene auch für Drittanbieter-Software gilt, strebt aber keine Konsolenzertifizierung an.

Als nächstes wurde die Verfügbarkeit des Steam Decks angesprochen. Griffais räumte ein, dass das Handheld in vielen Regionen vergriffen sei und nannte zwei anhaltende Gründe: Lieferschwierigkeiten und Speichermangel. Valve sei sich der vielen Käufer bewusst, die ein Deck möchten, aber keines bekommen können, und arbeite an der Verfügbarkeit, ohne jedoch einen konkreten Termin zu nennen. Das Deck ist in einigen Regionen weiterhin erhältlich.

Auf die Frage, wie Valve den Kostendruck durch RAM-Engpässe beim Deck, dem kommenden Machine und der übrigen Hardware auffängt, beschrieb Griffais einen Ansatz mit mehreren Lieferanten, der bereits in der Designphase berücksichtigt wird. Valve vermeidet die Abhängigkeit von nur einem Zulieferer und arbeitet mit großen wie kleinen Herstellern zusammen, damit die Probleme eines einzelnen Lieferanten nicht das gesamte Produkt lahmlegen. Er verglich die aktuelle Speicherknappheit mit dem Mikrocontroller-Mangel während der COVID-Pandemie, als Valve bei der Entwicklung kleiner Chips genügend Flexibilität eingeplant hatte, um die Versorgung aufrechtzuerhalten, während andere Unternehmen im Automobil- und Consumer-PC-Bereich ins Stocken gerieten. Er räumte ein, dass die Speichersituation so global sei, dass Flexibilität nur begrenzt ausreiche. Ich denke, die Erklärung mit mehreren Lieferanten ist die bisher überzeugendste Antwort von Valve darauf, warum sich die Hardware des Unternehmens in einer Zeit, die andere PC-Hersteller deutlich stärker getroffen hat, so gut gehalten hat.

Auf die Frage, ob die Verzögerung der Steam Machine ausschließlich am Arbeitsspeicher liege oder ob das Gerät selbst noch nicht fertig sei, wollte Griffais keine genauen Angaben machen, sondern verwies auf logistische Probleme anstatt auf neue Funktionen. Die laufenden Verbesserungen und Funktionserweiterungen, die er als laufend bezeichnete, ergänzen ein Benutzererlebnis, das er als im Grunde fertig bezeichnete.

Das Gespräch schloss mit zwei kurzen Anmerkungen zum Trackpad und einer kurzen Bestätigung zu Steam Deck 2. Griffais erwähnte, dass sein Kind Factorio mit einem Steam-Deck-Trackpad spielte – die beeindruckendste Anwendung, die er je gesehen habe. Cardinali beschrieb die Anleitung, die er und sein Team für den Steam-Eingabekonfigurator erstellen. Diese beinhaltet Radialmenüs mit bis zu 20 Eingaben, die über Aktionsgruppen angeordnet sind, deren Funktion sich je nach Kontext ändert. Er beschrieb auch sein bevorzugtes, unkompliziertes Setup für Gelegenheitsspieler: rechtes Pad als Maus, linkes Pad aufgeteilt in Mausklick und ein D-Pad in der Mitte.

„Für uns war es eines der Hauptziele des neuen Steam Controllers, in erster Linie ein traditioneller Controller zu sein, der alle Eingabemöglichkeiten bietet, die man zum Spielen aller für Controller entwickelten Spiele benötigt, und zwar an den Stellen, an denen die Finger sie erwarten.“

— Pierre-Loup Griffais

Auf Steam Deck 2 bestätigte Griffais, dass Valve intensiv an der nächsten Handheld-Konsole arbeitet. Er zog eine direkte Linie vom ursprünglichen Steam Controller und den Steam Machines über das aktuelle Steam Deck bis hin zur Hardware, die dieses Jahr erscheinen soll, und erklärte, dass die aktuellen Arbeiten direkt in die Entwicklung des nächsten Decks einfließen werden.

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Der Steam Controller ist ab dem 4. Mai für 99 US-Dollar erhältlich. Die Veröffentlichungstermine für die Steam Machine und den Steam Frame stehen noch nicht fest.

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