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Spider-Noir auf Prime Video – Das kann Ben Reilly wirklich
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Spider-Noir auf Prime Video – Das kann Ben Reilly wirklich

Die erste Staffel von Spider-Noir mit allen acht Folgen erschien am 27. Mai 2026 auf Prime Video, einen Tag nach dem US-Start auf MGM+. Die Serie mit Nicolas Cage in der Hauptrolle erzählt die Geschichte von Ben Reilly, einem alternden Privatdetektiv im New York der 1930er-Jahre, der noch immer unter der Last seiner Vergangenheit als einziger Superheld der Stadt leidet. Innerhalb weniger Tage nach Veröffentlichung erreichte die Serie eine Bewertung von 89% auf Rotten Tomatoes. Die Figur wurde im vergangenen Dezember bestätigt, als Amazon bekannt gab, dass Cage Reilly und nicht Peter Parker spielen würde. Damit wurden monatelange Spekulationen beendet und das Projekt in Einklang mit Ben Reillys besonderer Stellung im Marvel-Universum gebracht: Er ist ein Klon von Parker und entwickelte nach anfänglichen Konflikten mit dem ursprünglichen Spider-Man seine eigene Identität.

Die Ursprünge von Spider-Man Noir reichen zurück bis zu einer Marvel-Comicreihe von David Hine und Fabrice Sapolsky aus dem Jahr 2009. In dieser Version wurde Peter Parker als Vigilant während der Großen Depression neu interpretiert, wobei der ikonische blau-rote Anzug gegen einen schwarzen Trenchcoat, einen Fedora und eine Schutzbrille getauscht wurde. Ein deutlich größeres Publikum erreichte die Figur 2018, als Nicolas Cage ihr in „Spider-Man: A New Universe“ erstmals seine Stimme lieh. Die Schwarz-Weiß-Animation und die bewusst dramatische Inszenierung machten Spider-Noir fast sofort zum Publikumsliebling.

Amazons Realfilmserie stellt Ben Reilly anstelle von Peter Parker in den Mittelpunkt. Reilly hatte seinen ersten Auftritt 1975 in „The Amazing Spider-Man #149“, erschaffen von Autor Gerry Conway. Seine Präsenz in animierten Medien wurde 2023 in „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ ausgebaut, wo Andy Samberg dem Scarlet Spider seine Stimme lieh. Amazons Version platziert Reilly in einem realistischen Noir-Setting, das sich um kriminelle Verschwörungen, korrupte Politiker und persönliche Konflikte dreht, anstatt um konventionelle Superhelden-Spektakel.

Eine der hartnäckigsten Fragen rund um die Figur Spider-Noir ist, ob er tatsächlich übernatürliche Kräfte besitzt oder nur mit Gadgets und detektivischem Geschick agiert. In den Comics ist die Antwort eindeutig: Er hat tatsächlich Kräfte, deren Ursprung sich jedoch deutlich von der gängigen Ursprungsgeschichte unterscheidet. In der ursprünglichen Marvel-Serie erlangt Peter Parker seine Fähigkeiten, nachdem er von einer mystischen Spinne gebissen wurde, die in einem uralten, mit einem Spinnengott verbundenen Götzenbild verborgen war. Daraufhin hat er eine Vision, in der ihm der Spinnengott Macht verspricht. Parker erwacht in einem Kokon, befreit sich und macht sich auf, den Mord an seinem Onkel Ben zu rächen. Diese Ursprungsgeschichte schöpft mehr aus der übernatürlichen Mythologie als aus dem radioaktiven Unfall, den die meisten Leser mit Spider-Man verbinden, was gut zum Setting der 1930er-Jahre und dem düsteren Ton der Geschichte passt.

Nach dem Biss entwickelt Spider-Noir übermenschliche Stärke, Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Reflexe und Widerstandsfähigkeit. Er kann an Wänden haften. Manche Versionen produzieren organische Netze aus ihren Fingerspitzen anstatt aus mechanischen Netzwerfern. In der Praxis wird die Figur als bodenständiger und brutaler als der traditionelle Spider-Man dargestellt. Er setzt Schusswaffen, Einschüchterung und Heimlichkeit ein. Seine Kampfweise erinnert eher an einen Selbstjustizler aus einem Groschenroman als an einen schlagfertigen Helden, der zwischen Wolkenkratzern schwingt.

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Amazons Serie bleibt diesem realistischen Ansatz treu und präsentiert Ben Reilly dennoch als wahrhaft übermenschlich. Cages Version bekämpft Gangster und Superhelden im New York der 1930er-Jahre mit übermenschlicher Agilität, Reflexen, Stärke und Widerstandsfähigkeit. Die Serie inszeniert diese Fähigkeiten im Stil eines Noir-Krimis und verzichtet auf CGI-Spektakel. Spider-Noir setzt auf Heimlichkeit und brutalen Nahkampf statt auf ständige Flugmanöver. Er trifft auf bekannte Schurken wie Sandman und Silvermane, doch die Atmosphäre erinnert eher an einen Detektivthriller als an einen Superhelden-Blockbuster.

Die Serie geht auch auf den besonderen Zustand dieser Version der Figur ein. Ben Reilly ist älter, erschöpfter und psychisch angeschlagener als die Spider-Man-Varianten, die den meisten Zuschauern bekannt sind. Seine Kräfte wirken weniger wie eine Gabe, sondern eher wie eine Last, die mit einer gewalttätigen und unbewältigten Vergangenheit verbunden ist. Ich denke, diese Darstellung unterscheidet die Serie von den meisten anderen Vertretern des Genres – nicht das Noir-Setting an sich, das sich viele andere Werke zunutze gemacht haben, sondern die Tatsache, dass die Serie die Fähigkeiten ihres Protagonisten als etwas darstellt, das er mit sich trägt, anstatt als etwas, das er beherrscht.

Die Produktion vereint ein hochkarätiges Kreativteam. Harry Bradbeer führte bei den ersten beiden Episoden Regie und war als Executive Producer tätig. Oren Uziel und Steve Lightfoot fungieren neben Phil Lord, Christopher Miller und Amy Pascal – den Produzenten von „Spider-Man: A New Universe“ – als Co-Showrunner und Executive Producer. Amazons Serie positioniert sich jedoch als eigenständige Realverfilmung und nicht als Fortsetzung der Animationsfilme. Zur Besetzung gehören Lamorne Morris, Li Jun Li, Karen Rodriguez, Abraham Popoola, Jack Huston und Brendan Gleeson, mit Gastauftritten von Lukas Haas, Cameron Britton, Amanda Schull und anderen.

Ich verstehe, warum die Serie so früh so gut ankommt – das Publikum reagiert positiv auf Superhelden-Adaptionen, die bekannte Charaktere in andere Genres übertragen, und Spider-Noir tut genau das, ohne das Noir-Setting als bloße Dekoration zu missbrauchen. Die Serie bleibt der düsteren Atmosphäre des Detektivthrillers treu: korrupte Institutionen, Serienmörder, moralische Dilemmata, die sich nicht einfach auflösen lassen. Selbst wenn übermächtige Gegner auftauchen, driftet die Geschichte nicht in konventionelle Action-Klischees ab.

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Die Serie feierte am 25. Mai 2026 auf MGM+ Premiere und war zwei Tage später weltweit auf Prime Video in mehr als 240 Ländern verfügbar.

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