Chris Hays kritisiert Xbox nach Massenentlassungen bei id Software: „Sie verstehen grundsätzlich keine Kunst"
Anfang des vergangenen Monats waren im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung der Xbox-Sparte durch die Muttergesellschaft Microsoft zahlreiche Spielestudios von Entlassungen betroffen. Besonders hart betroffen war id Software, das Studio hinter der „DOOM“-Spielreihe. Damaligen Berichten zufolge waren die Personalabbau-Maßnahmen so drastisch , dass das Studio praktisch „tot“ war und alle laufenden Projekte angeblich eingestellt wurden.
Dennoch haben Vertreter von id Software in einer offiziellen Stellungnahme Lebenszeichen von sich gegeben: Sie bedankten sich bei den Fans für deren Unterstützung und bestätigten, dass das Team nun in etwa dieselbe Größe habe wie während der Entwicklung von „DOOM“ (2016). Zudem sind Gerüchte aufgekommen, dass das Studio trotz der Massenentlassungen bereits an einem neuen Teil der Reihe arbeite.
Selbst einen Monat später hat die Kontroverse um id Software noch nicht wirklich nachgelassen. In einer aktuellen Folge des „Well Played“-Podcasts kritisierte der ehemalige id Software-Entwickler Chris Hays, der das Studio ebenfalls im Juli aufgrund von Entlassungen verlassen hatte, Xbox und behauptete, dass „sie Kunst grundsätzlich nicht verstehen“. Ihm zufolge hat das Management eine große Anzahl hochqualifizierter Fachkräfte entlassen – nicht nur bei id Software –, was es künftig nahezu unmöglich macht, große AAA-Projekte wie DOOM zu realisieren. Die vollständigen Äußerungen von Hays findet ihr unten:
„Es ist schwer, ein AAA-Spiel zu entwickeln, wie wir es bisher gemacht haben, mit nur noch der Hälfte der Mitarbeiter. Und mit ‚schwer‘ meine ich ‚unmöglich‘. Es ist schwer, ein Spiel zu entwickeln, wenn ganze Abteilungen, die man braucht, ausgedünnt wurden und ganze Fachbereiche weggefallen sind.
Wenn sie also irgendeinen neuen Plan haben, wie das funktionieren soll – davon wurde nichts gesagt; wir wissen nicht, wie dieser aussieht. Die Beteuerungen, dass wir immer noch dasselbe id sind und weiterhin Dinge umsetzen werden – nun, zunächst einmal sind wir nicht mehr dasselbe id. Wir sind nur noch zur Hälfte dasselbe id. id bestand aus den Menschen. Was uns besonders gemacht hat, waren die Menschen und die Beziehungen, die wir hatten.“
Hays’ Äußerungen scheinen sich zu bestätigen – wie „Game Developer“ berichtet, wurden seitdem etwa zwei Drittel der Mitarbeiter, die an „DOOM“ (2016) gearbeitet haben, entlassen. Hoffentlich kann das Studio die Folgen der Umstrukturierung vom Juli bewältigen und wieder Fuß fassen.
Im vergangenen Monat veröffentlichte id Software außerdem einen neuen DLC für „DOOM: The Dark Ages“ mit dem Titel „Revelations“. Dieser wurde von Kritikern gut aufgenommen und rangiert derzeit mit einer Bewertung von 89 auf Metacritic unter den Top 10 der am besten bewerteten Spiele des Jahres.
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