EGW-NewsEin großer Neustart bei Ubisoft führt zu Stornierungen, Schließungen und der Drohung mit Streiks.
Ein großer Neustart bei Ubisoft führt zu Stornierungen, Schließungen und der Drohung mit Streiks.
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Ein großer Neustart bei Ubisoft führt zu Stornierungen, Schließungen und der Drohung mit Streiks.

Ubisoft hat einen umfassenden Neustart in den Bereichen Organisation, Betrieb und Portfolio eingeleitet, um auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren. Dies führt zu erheblichen Veränderungen im gesamten Unternehmen. Der Publisher gab die Einstellung von sechs Spielen und die Verschiebung von sieben weiteren bekannt, um höhere Qualitätsstandards zu erfüllen.

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Diese Nachricht hatte unmittelbare finanzielle Auswirkungen: Die Ubisoft-Aktien brachen um 34% ein und erreichten damit den niedrigsten Stand seit fünfzehn Jahren. Das Unternehmen korrigierte seine Jahresprognose und senkte die erwarteten Nettoeinnahmen um 330 Millionen Euro auf rund 1,5 Milliarden Euro. Mit dieser Anpassung will das Unternehmen seine Anstrengungen neu ausrichten und sein langfristiges Wachstum stärken.

Die Umstrukturierung umfasst tiefgreifende Änderungen im Studiobetrieb. Ubisoft schloss sein Mobile-Studio in Halifax und sein Studio in Stockholm, die zuvor an Projekten wie Avatar: Frontiers of Pandora zusammengearbeitet hatten. Weitere Umstrukturierungen wurden für die Teams in Abu Dhabi, das Trials-Studio RedLynx und Massive, das Studio hinter The Division, bestätigt. Parallel zu diesen organisatorischen Veränderungen hat das Unternehmen angeordnet, dass alle verbleibenden Mitarbeiter wieder fünf Tage pro Woche im Büro arbeiten müssen, wobei ihnen jedoch ein jährliches Kontingent an Homeoffice-Tagen eingeräumt wird. In den Pariser Büros hatte es zuvor Proteste gegen die Rückkehr ins Büro gegeben.

In Frankreich hat das Unternehmen eine freiwillige Entlassungsrunde vorgeschlagen, von der bis zu 200 Mitarbeiter am Pariser Hauptsitz betroffen sein könnten. Dort sind derzeit rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt. Die Maßnahme wird im Rahmen des Verfahrens der kollektiven Beendigung von Arbeitsverträgen (Rupture Conventionnelle Collective, RCC) durchgeführt, das es den Mitarbeitern ermöglicht, gemeinsam eine einvernehmliche Auflösung ihrer Verträge auszuhandeln. Dieser Schritt ist Teil der Bemühungen, Kostensenkungsmaßnahmen zu beschleunigen.

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Als Reaktion auf die geplanten Stellenstreichungen stimmten die französischen Gewerkschaften der Ubisoft-Beschäftigten einstimmig für einen Streik. Die Gewerkschaften, darunter Syndicat des travailleurs et travailleuses du jeu vidéo (STJV) und Solidaires Informatique, haben einen Streik vom 10. bis 12. Februar angekündigt. Berichten zufolge planen die Gewerkschaften, sich mit ihren internationalen Partnerorganisationen abzustimmen, um den Streik gegebenenfalls auszuweiten.

Ein Sprecher von Ubisoft bestätigte in einer Stellungnahme den Vorschlag für freiwillige Abfindungen.

„Im Einklang mit den Ankündigungen der letzten Woche zum neuen Betriebsmodell und der Beschleunigung der Kostensenkungsmaßnahmen hat Ubisoft International Gespräche über eine mögliche kollektive, freiwillige Aufhebung des Arbeitsverhältnisses aufgenommen. Diese könnte bis zu 200 Stellen am französischen Hauptsitz betreffen. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich noch um einen Vorschlag. Eine endgültige Entscheidung wird erst nach Abschluss einer Tarifvereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern und deren Genehmigung durch die französischen Behörden getroffen. Der Vorschlag gilt ausschließlich für Mitarbeiter von Ubisoft International mit französischen Verträgen und hat keine Auswirkungen auf andere französische Niederlassungen oder Ubisoft-Teams weltweit.“

— Ubisoft-Sprecher

Die bedeutendste Projektstreichung, die das Unternehmen bestätigt hat, ist die Einstellung des Remakes von Prince of Persia: Sands of Time. Das Projekt, das erstmals 2020 angekündigt wurde, erlitt mehrere Verzögerungen und sollte zuletzt im ersten Quartal 2026 erscheinen. Zu den fünf weiteren gestrichenen Spielen gehörten drei neue Marken und ein Mobile-Titel, die allesamt noch nicht öffentlich angekündigt worden waren. Das Unternehmen gab an, dass die gestrichenen Projekte nicht den neuen, strengeren Portfolio-Kriterien entsprachen.

Die Umstrukturierung von Ubisoft gliedert die Entwicklungsaktivitäten in fünf „Kreativabteilungen“. Diese Abteilungen konzentrieren sich jeweils auf die Skalierung großer Marken wie Assassin's Creed und Far Cry; kompetitive Shooter wie The Division und Ghost Recon; Live-Service-Spiele wie For Honor und Skull & Bones; immersive Fantasy- und storygetriebene Welten wie Prince of Persia und Rayman; sowie Gelegenheits- und Familienspiele.

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Ubisoft-CEO Yves Guillemot ging in einer Erklärung zur Zukunft des Unternehmens auf die entscheidenden Veränderungen ein.

„Diese Maßnahmen markieren einen entscheidenden Wendepunkt für Ubisoft und unterstreichen unsere Entschlossenheit, Herausforderungen direkt anzugehen und den Konzern langfristig neu auszurichten. Die Neuausrichtung des Portfolios wird die kurzfristige Finanzentwicklung des Konzerns, insbesondere in den Geschäftsjahren 2026 und 2027, erheblich beeinflussen. Dieser Neustart wird den Konzern jedoch stärken und ihm nachhaltiges Wachstum sowie eine solide Cashflow-Generierung ermöglichen. Ubisoft tritt in eine neue Phase ein – eine Phase, die darauf abzielt, die kreative Führungsrolle zurückzugewinnen und langfristig Wert für Spieler und Stakeholder zu schaffen.“

— Yves Guillemot

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