Kadokawas Chef bleibt an der Macht, während der Investor mehr von Elden Ring fordert.
Kadokawa-Chef Takeshi Natsuno hat eine Aktionärsabstimmung über seine Zukunft überstanden. Ein aktivistischer Investor hatte argumentiert, das Unternehmen habe den Erfolg von Elden Ring nicht in ausreichenden Gewinn ummünzen können. Reuters berichtete über das Ergebnis der Versammlung, bei der Natsuno sich gegen die in Hongkong ansässige Oasis Management durchsetzte, die mit 13,76% nun Kadokawas größter Aktionär ist. Der Sieg könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Laut Automaton hat Oasis seinen Anteil inzwischen auf 15,25% erhöht und plant, ihn weiter auszubauen.
Elden Ring stammt von FromSoftware, einem Unternehmen im Besitz von Kadokawa. Das Spiel hat sich 30 Millionen Mal verkauft, eine Zahl, die mit dem Erscheinen der Tarnished Edition im August voraussichtlich noch steigen wird. Es erschien 2022, gefolgt von der Erweiterung Shadow of the Erdtree im Jahr 2024 und dem Multiplayer-Ableger Nightreign im Jahr 2025. Oasis möchte mit diesem Erfolg noch mehr Geld verdienen.
Kern der Beschwerde ist die Veröffentlichung. FromSoftware veröffentlicht Elden Ring in Japan selbst, während Bandai Namco den internationalen Vertrieb übernimmt, was Kadokawas Gewinnmargen schmälert. Oasis fordert Kadokawa auf, weltweit selbst zu veröffentlichen. Zudem verweist das Unternehmen auf Sonys Investition in Kadokawa, die einen Anteil von 10% erwarb und kaum sichtbare Ergebnisse brachte.
„FromSoftware ist Kadokawas Kronjuwel: ein weltweit anerkanntes Studio mit einer treuen internationalen Fangemeinde und der nachgewiesenen Fähigkeit, Blockbuster-Titel wie Elden Ring zu entwickeln. Dennoch überlässt Kadokawa weiterhin einen bedeutenden Teil der Einnahmen aus diesen Titeln externen Publishing-Partnern, was zu einem erheblichen und anhaltenden Wertverlust für alle Kadokawa-Stakeholder führt.“
— Oasis Management
Oasis hat erklärt, dass es trotz jahrelanger Gerüchte über verschiedene Kaufinteressenten keinen Verkauf von FromSoftware erzwingen wolle. Das Unternehmen vertritt die Position, dass FromSoftware der zentrale Motor für Kadokawas langfristiges Wachstum sein soll.
„Wir sind der Ansicht, dass FromSoftware mit dem Ehrgeiz, den Investitionen und dem strategischen Fokus geführt werden muss, die ein Unternehmen dieser Qualität verdient. Seine Mitarbeiter, Kreativen und Fans verdienen eine Eigentümerstruktur und Führung, die sich voll und ganz dafür einsetzen, dass das Studio sein außergewöhnliches globales Potenzial ausschöpft.“
— Oasis Management
Anfang des Monats äußerte sich Hidetaka Miyazaki, Direktor von FromSoftware, direkt zum Druck auf Kadokawa. Er versicherte den Fans, dass das Studio weiterhin frei und ohne übermäßige Einmischung die Art von Spielen entwickeln könne, die es wolle. Diese Zusicherung ist wichtig, da die Spannungen hier finanzieller und nicht kreativer Natur sind – und die beiden Aspekte werden von außen leicht verwechselt.

Ich betreibe einen Kanal, der sich auf Open-World-Spiele spezialisiert hat. Daher lese ich die Aktionärsberichte von FromSoftware so, wie die meisten Leute Patchnotes lesen. Die Aufteilung der Veröffentlichungsrechte ist dabei das Detail, das letztendlich darüber entscheidet, wie viel von einem 30-Millionen-Seller dem Unternehmen zugutekommt, dem das Studio gehört. Ich denke, Oasis hat in puncto Wirtschaftlichkeit einen wichtigen Punkt angesprochen. Das Risiko besteht jedoch darin, dass die Erzwingung des globalen Self-Publishing für ein Studio, das noch nie einen weltweiten Vertrieb betrieben hat, genau die Art von operativem Druck erzeugen könnte, die gerade für ungestörte kreative Freiheit unerlässlich ist.
Der Veröffentlichungskalender liefert Oasis neue Argumente für beide Seiten ihrer Position. FromSoftware veröffentlicht im August den neuen DLC „Tarnished Pack“ für Elden Ring. Er erscheint am 28. August für bestehende Spieler auf PC, PlayStation und Xbox und enthält zwei neue Klassen, neue Waffen, zusätzliche Rüstungen und Skins sowie Anpassungsoptionen für Torrent. Parallel dazu erscheint die „Tarnished Edition“, die das Debüt des Spiels auf der Switch 2 markiert und das Hauptspiel, „Shadow of the Erdtree“ sowie die Inhalte des „Tarnished Pack“ bündelt. Das Studio kündigt außerdem an, dass „The Duskbloods“ noch in diesem Jahr erscheinen wird.
Die langfristige Frage ist, was nach Elden Ring kommt. Fans fragen sich nach einer direkten Fortsetzung. Im Dezember 2024 erklärte Miyazaki, dass FromSoftware derzeit kein Elden Ring 2 plane, schloss es aber für die Zukunft nicht aus. Ein Elden-Ring-Film befindet sich jedoch in Entwicklung.
Kadokawa hat in seinem jüngsten Finanzbericht sowohl „The Duskbloods“ als auch „Elden Ring: Tarnished Edition“ für die Switch 2 im Jahr 2026 angekündigt und damit monatelanges Schweigen zu beiden Titeln beendet. FromSoftware hat von „The Duskbloods“, einem exklusiven 8-Spieler-Spiel für die Switch 2, außer einem Ankündigungstrailer mit Jetpacks, Dinosauriern und unheimlichen Monden noch nichts gezeigt. „Tarnished Edition“ sollte ursprünglich Ende 2025 erscheinen, wurde aber aufgrund von Berichten über schlechte Performance auf der Hardware auf 2026 verschoben. FromSoftware entschuldigte sich und versprach, die Performance vor dem Release zu verbessern.
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