Der CEO von Epic Games möchte, dass Steam-Nutzer Zugriff auf Fortnite, League of Legends und Genshin Impact erhalten.
Die seit Langem bestehende Kluft zwischen PC-Spieleplattformen könnte sich bald verringern, wenn es nach Tim Sweeney geht. Der CEO von Epic Games hat ein neues Konzept namens „Team Open“ vorgestellt. Dieser Vorschlag sieht eine engere Zusammenarbeit zwischen großen Spieleplattformen – darunter Valves Steam – vor, um einige der weltweit größten Spiele einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Laut Sweeney haben Steam-Nutzer derzeit keinen Zugriff auf einige der beliebtesten Live-Service-Titel der Branche, darunter Fortnite, League of Legends und Genshin Impact. Sein Vorschlag „Team Open“ zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem er die Zusammenarbeit statt des Wettbewerbs zwischen digitalen Plattformen fördert.
Die Idee ist relativ simpel, aber potenziell revolutionär. Anstatt von Spielern die Installation separater Launcher und die Erstellung von Konten in verschiedenen Ökosystemen zu verlangen, würde Team Open es ermöglichen, große Spiele über Steam zu veröffentlichen, während Entwickler und Publisher ihre eigenen Dienste im Hintergrund weiter betreiben. Theoretisch könnten Steam-Nutzer Titel wie Fortnite direkt aus ihrer bestehenden Spielebibliothek starten, ohne Valves Plattform zu verlassen.
Für Epic Games könnte der Vorschlag die Reichweite von Fortnite und seinem gesamten Ökosystem erheblich vergrößern. Steam ist nach wie vor die größte PC-Spieleplattform der Welt mit Millionen täglich aktiver Nutzer und einem riesigen globalen Publikum. Die Integration von Fortnite in Steam würde das Spiel Spielern zugänglich machen, die den Epic Games Store nicht installiert haben oder ihre Spiele lieber über Valves Launcher verwalten.
Das Konzept geht über Fortnite hinaus. Sweeney erwähnte auch League of Legends und Genshin Impact – zwei der weltweit größten Free-to-Play-Spiele, die aktuell über eigene Launcher laufen. Würden Unternehmen wie Riot Games und HoYoverse eine ähnliche Philosophie verfolgen, könnten PC-Spieler theoretisch viele ihrer Lieblingstitel über eine einzige Plattform spielen und gleichzeitig die jeweiligen Kontosysteme, Updates und Monetarisierungsmodelle der Publisher beibehalten.
Sweeney argumentiert, dass dieser Ansatz letztendlich allen Beteiligten zugutekommen würde. Spieler würden ein komfortableres Spielerlebnis genießen, ohne mehrere Launcher gleichzeitig nutzen zu müssen, während Publisher ein deutlich größeres Publikum erreichen könnten, ohne die Kontrolle über ihre Live-Service-Infrastruktur aufzugeben.
Der Vorschlag spiegelt auch eine breitere Diskussion über Offenheit in der Spielebranche wider. Jahrelang konkurrierten digitale Vertriebsplattformen aggressiv um exklusive Veröffentlichungen, was Spieler dazu veranlasste, je nach gewünschten Spielen mehrere Launcher zu verwenden. Obwohl der Wettbewerb Innovationen gefördert hat, hat er das PC-Spiele-Ökosystem fragmentiert und zusätzliche Hürden für die Nutzer geschaffen.

Steam selbst positioniert sich seit Langem als offene Plattform, die Spiele von Tausenden von Entwicklern unabhängig vom Publisher anbietet. Viele der größten Live-Service-Spiele der Branche – darunter Fortnite – bleiben jedoch aus strategischen oder finanziellen Gründen bewusst außerhalb von Valves Plattform.
Ob Team Open tatsächlich Realität werden kann, ist ungewiss. Eine solche Zusammenarbeit würde eine Einigung zwischen Unternehmen erfordern, die oft direkt um Nutzer, Umsatz und Entwicklerunterstützung konkurrierten. Epic Games und Valve hatten in der Vergangenheit unterschiedliche Ansichten zu ihren digitalen Vertriebsplattformen, weshalb eine groß angelegte Partnerschaft alles andere als sicher ist.
Es gibt auch geschäftliche Aspekte zu berücksichtigen. Unternehmen, die ihre eigenen Launcher betreiben, behalten mehr Kontrolle über Kundenbeziehungen, Zahlungssysteme, Updates und Plattformumsätze. Die Bereitstellung von Spielen über Steam könnte Verhandlungen über Umsatzbeteiligung, technische Integration und Kontoverwaltung erfordern, was allesamt erhebliche Herausforderungen mit sich bringt.
Dennoch haben viele Spieler positiv auf das Konzept reagiert. Ein einheitliches Spielerlebnis, bei dem alle wichtigen Spiele über eine einzige Bibliothek verfügbar sind, wird von Teilen der PC-Spielergemeinschaft schon lange gewünscht. Durch die Reduzierung der Launcher-Fragmentierung könnten Installationen, Updates und die Spielverwaltung vereinfacht und das gesamte Spielerlebnis komfortabler gestaltet werden.
Gleichzeitig würden Verlage wahrscheinlich die Vorteile einer erhöhten Sichtbarkeit gegen den potenziellen Verlust von direktem Traffic auf ihren eigenen Plattformen abwägen. Für Unternehmen mit Hunderten von Millionen registrierten Nutzern bleibt der Erhalt eines unabhängigen Ökosystems von strategischem Wert.

Obwohl Team Open derzeit nur ein Konzept und keine bestätigte Initiative ist, verdeutlicht es eine interessante Vision für die Zukunft des PC-Gamings. Anstatt ausschließlich über exklusive Ökosysteme zu konkurrieren, könnten große Publisher künftig zusammenarbeiten, um die Zugänglichkeit für Spieler zu verbessern und gleichzeitig ihre eigenen Dienste weiterzuführen.
Ob Valve, Riot Games, HoYoverse oder andere Branchenführer diese Vision aufgreifen werden, bleibt abzuwarten. Tim Sweeney hat jedenfalls eine Diskussion darüber angestoßen, wie ein stärker vernetztes PC-Gaming-Ökosystem aussehen könnte – eines, in dem Steam-Nutzer endlich Zugriff auf einige der weltweit größten Live-Service-Spiele erhalten, ohne die Plattform verlassen zu müssen, die sie bereits täglich nutzen.
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