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„Desktop Explorer“ könnte das beste Indie-Spiel des Jahres 2026 sein
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„Desktop Explorer“ könnte das beste Indie-Spiel des Jahres 2026 sein

Es kommen immer wieder neue Simulatoren für alte Betriebssysteme auf den Markt. „The Roottrees Are Dead“, „Hack '95“ und „Pipes.exe“ drängen sich bereits im Genre der fiktiven Betriebssysteme und spielen alle mit der Erinnerung an eine Zeit, in der das Hochfahren eines Computers sich eher wie das Öffnen einer Tür anfühlte als wie das Laden einer Werbeanzeige. „Desktop Explorer“ aus dem Studio Recurring Dream ist das neueste dieser Spiele und versetzt den Spieler statt in eine Reihe von Levels in eine Mystery-Horror-Geschichte, die sich im Inneren eines Computers abspielt.

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Du erbst einen Computer von deinem Onkel. Er sieht aus wie Windows 95, ohne dies jemals zuzugeben, und da sein Verstand bereits zerfallen war, bevor er ihn dir hinterließ, ist die Festplatte ein Durcheinander halb vergrabener Dateien. Das Spiel fordert dich auf, dich darin durchzuwühlen: Sammle Hinweise, finde heraus, in was er verwickelt war, und knacke die Passwörter der gesperrten Ordner, die jeweils eine weitere Schicht der Geschichte freilegen. Du stützt dich auf eine wachsende Auswahl an zeitgemäßen Programmen, darunter ein Tagebuch, das du nach Namen und Daten durchforstest, und lernst erst in dem Moment, wozu jedes Tool dient, wenn du es gerade brauchst.

Hier gibt es keine Cloud, keinen App-Store, nichts von den „Walled Gardens“, die erst später kamen. Der Reiz liegt in der Dateistruktur selbst – sich durch Ordner zu klicken, um zu sehen, was jemand zurückgelassen hat. Oft findet man dabei nur einen Geist.

Der Rechner ist heimgesucht, so wie die meisten dieser Rechner. Es fängt klein an – hier und da eine beschädigte Datei –, eskaliert dann aber zu Abstürzen, seltsamen Symbolen und Gesichtern, die hinter dem Durcheinander offener Fenster auftauchen. Nach etwa einer Stunde empfand Joshua Wolens von PC Gamer das Ganze für einen Windows-95-Desktop als regelrecht gruselig und vermutete, dass die wirklich übernatürlichen Wendungen noch vor ihm lagen.

Die Rätsel liegen irgendwo zwischen einfachen und sanften Denksportaufgaben und führen selten zu Frustration. Das Tempo bleibt gleichmäßig: drei oder vier schnell zu lösende Rätsel, dann ein schwierigeres, bei dem man mit der Maus durch die Programme zurückblättern muss, um das übersehene Werkzeug zu finden. Wenn du ein weiteres aktuelles Steam-Rätselspiel suchst, das komplizierte Logik ruhig wirken lässt, spricht „Is This Seat Taken?“ einen ähnlichen Nerv aus der entgegengesetzten Richtung an.

Normalerweise greife ich nicht zu Visual Novels oder textlastigen Spielen, daher habe ich „Desktop Explorer“ auf Steam mit der halben Erwartung geöffnet, dass es mich nicht fesseln würde. Was mich jedoch in seinen Bann zieht, ist die Genre-Mischung und die Tatsache, dass das Rätsel eher auf dem Gefühl basiert, einen alten Computer zu bedienen, als auf Bildschirmen voller Text, durch die man sich anklicken muss. Ich glaube, diese Idee hat echtes Wachstumspotenzial, und es ist bereits mein Indie-Favorit des Jahres 2026.

Die Steam-Seite deutet auf noch seltsamere Rätsel im weiteren Verlauf hin, darunter das Online-Bringen des Computers, damit Web-Ergebnisse in deine Lösungen einfließen. Normalerweise ist das der Punkt, an dem ein gut durchdachtes Konzept ins Stocken gerät, aber es passt zu einem Spiel über einen PC, dessen Grenzen du selbst ausloten musst. In dieser ersten Stunde erinnert „Desktop Explorer“ daran, als der Computer noch das Rätsel war – ein unerforschter Ort, den man auf eigene Faust erkundete.

Lies auch: Robert Yang hat „Radiator Forever“ veröffentlicht, eine kostenlose und ständig wachsende Sammlung seiner experimentellen Kurzspiele – nur damit Steam sie unter dem Deckmantel von Nacktheit und sexuellen Inhalten verbirgt. Yang bestreitet diese Einstufung und interpretiert sie so, dass der Store entschieden hat, sein Werk sei einfach zu schwul.

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