Tim Cain, Entwickler von The Outer Worlds, über sein Ende des Teilruhestands und seine Rückkehr ins Büro
Tim Cain, einer der Schöpfer von Fallout, hat seine Auszeit beendet und arbeitet nun wieder in Vollzeit für Obsidian in Kalifornien. Dieser Schritt markiert eine bedeutende Veränderung für den erfahrenen Entwickler, der von Juni 2020 bis Dezember 2025 als freiberuflicher Remote-Entwickler tätig war.
Tims Rückkehr ins Büro veranlasste ihn zu einer detaillierten Analyse seiner Erfahrungen in einem kürzlich erschienenen YouTube-Video. Darin stellte er die Realitäten der Remote-Arbeit den Vorteilen der persönlichen Zusammenarbeit gegenüber. Sein Weg zurück in eine Vollzeitstelle im Büro bietet eine fundierte Perspektive auf die aktuelle Diskussion über die Dynamik am Arbeitsplatz in der Spieleentwicklungsbranche. Während seiner fünfjährigen Auszeit vom Berufsleben beriet Cain verschiedene Spiele für diverse Unternehmen, darunter Obsidian. Ein Umzug nach Seattle hatte ihn zunächst daran gehindert, seine Festanstellung bei dem kalifornischen Studio fortzusetzen, was schließlich zu einer freiberuflichen Tätigkeit führte. Er beschrieb die Arbeit mit verschiedenen Teams an unterschiedlichen Projekten als bereichernd und anregend.
Ihm machte die Arbeit „unglaublich viel Spaß“, aber die freiberufliche Tätigkeit brachte einen gewissen Druck mit sich.
„Als Bauunternehmer ist man ständig auf der Suche nach dem nächsten Auftrag.“
— Tim Cain
Der ständige Bedarf an neuen Aufträgen war ein entscheidender Faktor für seine Entscheidung, zu einer Festanstellung in einem Studio zurückzukehren. Seine neue Rolle bei Obsidian stellt eine deutliche Veränderung gegenüber seiner freiberuflichen Tätigkeit dar. Es handelt sich um eine exklusive Bürotätigkeit, die er als wesentlich anspruchsvoller beschreibt als seine vorherige Beratertätigkeit. „Ich leite kein Projekt, ich bin kein Regisseur“, erklärte Cain.
„Man kann es sich eher als eine Art Beratertätigkeit vorstellen. Es ist ähnlich wie das, was ich im Teilruhestand gemacht habe, nur exklusiv, ausschließlich für Obsidian und viel umfassender.“
Seine Fachkompetenz ermöglicht es ihm, sich stärker in die Entwicklungsteams und deren Prozesse zu integrieren und über zeitlich befristete Projekte hinauszugehen, hin zu einer ganzheitlicheren Einbindung.
Cain spricht offen über seine Vorliebe für die Arbeit in einem physischen Büro und stellt die mitunter allgemein positive Darstellung von Fernarbeit in Frage.
„Remote-Arbeit ist nicht immer einfach und funktioniert nicht für jeden. Das ist einfach so“, erklärte Cain. „Wer das anders sieht und behauptet, dem fehlen entweder die Informationen oder er möchte aus persönlichen Gründen remote arbeiten und versucht, das als beruflichen Grund darzustellen.“
Für ihn liegt der größte Vorteil der Arbeit im Büro in der Qualität und Spontaneität der Kommunikation. Er hat zahlreiche produktive Gespräche geführt, die seiner Meinung nach in einer Remote-Arbeit nicht zustande gekommen wären.
„Allein in den letzten sieben Wochen hatte ich so viele interessante Gespräche mit Künstlern, Leveldesignern, Story-Designern, Systemmechanikern und sogar mit einer Person, die sich hauptsächlich mit Audio beschäftigt“, sagte er.
Das Fehlen solcher Interaktionen während seiner Zeit im Homeoffice führt er direkt auf das Medium selbst zurück.
„Diese Gespräche hätten niemals über einen Videoanruf stattgefunden. Woher ich das weiß? Weil sie nie über Videoanrufe stattgefunden haben.“
— Tim Cain

Er relativiert diese Beobachtung jedoch und räumt ein, dass sein Status als externer Auftragnehmer die Interaktion seiner Kollegen mit ihm beeinflusst haben könnte. Das Wissen, dass seine Arbeitszeit stundenweise abgerechnet wurde, könnte Teammitglieder davon abgehalten haben, ihn bei kleineren Fragen oder für ein informelles Brainstorming anzusprechen. In seiner jetzigen Festanstellung ist diese Hürde beseitigt. Entwickler können ihn über Slack kontaktieren oder einfach an seinem Schreibtisch vorbeischauen, was einen offeneren und unkomplizierteren Ideenaustausch ermöglicht. Neben den wichtigen projektbezogenen Diskussionen schätzt Cain auch die kleineren, sozialen Aspekte des Büroalltags, wie beispielsweise den wöchentlichen Bagel-Tag. Dieser steht für die informellen Momente, die den Teamzusammenhalt stärken.
„Onkel Tim muss nicht jeden Morgen einen Bagel essen, aber verdammt, einmal pro Woche isst Onkel Tim gerne einen Bagel“, bemerkte er.
Diese zufälligen Begegnungen, wie zum Beispiel das Anstehen in einer Essensbude, können sich auch zu spontanen Problemlösungssitzungen entwickeln, was seinen Glauben an die schöpferische Kraft der physischen Nähe unterstreicht.
Letztendlich äußert Cain große Zufriedenheit über seine Entscheidung, wieder Vollzeit bei Obsidian zu arbeiten. Die neue Situation entspricht seinen beruflichen Wünschen in dieser Phase seiner Karriere.
„Ich liebe das. Ich liebe es einfach“, sagte Cain. „Es passt perfekt zu mir in dieser Phase meiner Karriere. Und ich möchte glauben, dass ich vielen Menschen in verschiedenen Phasen ihrer Karriere helfen kann. So fühlt sich das Comeback für mich an.“
Mehr von Tim Cain gibt es in seinen Betrachtungen über Troika Games, Ehrgeiz und unvollkommene Meisterwerke. Der Spieledesigner blickt auf die turbulente Entwicklungsgeschichte des Studios zurück und beschreibt, wie dessen Ehrgeiz, begrenzte Ressourcen und interne Gewohnheiten drei Rollenspiele prägten, die zwar in einem instabilen Zustand erschienen, später aber einen bleibenden Ruf erlangten.
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