Valve wird die Entwicklung einer Fortsetzung von Steam Machine nicht überstürzen, sagen Ingenieure.
Valve plant nicht, die Steam Machine nach dem gleichen Upgrade-Zyklus wie das Steam Deck zu aktualisieren. In einem Interview mit PC Gamer erklärten die Ingenieure Pierre-Loup Griffais und Yazan Aldehayyat, dass für einen Wohnzimmer-PC andere Regeln gelten als für ein Handheld und eine zweite Generation noch in weiter Ferne liegt.
Griffais zog die Trennlinie zwischen den beiden Produkten anhand der Leistungsziele. Das Steam Deck benötige ein festes Ziel, damit Entwickler und Spieler eine Frage beantworten könnten: Was läuft darauf? Er sagte, dieses Ziel dürfe sich nicht alle ein bis zwei Jahre ändern, ohne diese Erwartung zu enttäuschen. Die Steam Machine hingegen gehöre in eine andere Kategorie.
„Das Steam Deck benötigt naturgemäß ein etwas festeres Leistungsziel, damit sowohl Entwickler als auch Nutzer nachvollziehen können: ‚Was kann ich darauf spielen?‘ und sich dieses Bild nicht jedes Jahr oder alle zwei Jahre ändert. Die Steam Machine hingegen orientiert sich stark an der Leistung von Gaming-PCs.“
— Pierre-Loup Griffais
Diese Einordnung positioniert die Steam Machine im gleichen Spektrum wie jeden Desktop-PC. Einsteiger-CPUs an einem Ende, High-End-CPUs und -GPUs am anderen, wobei sich die Steam Machine irgendwo dazwischen einordnet. Laut Griffais spielt ein fünfjähriges Ziel für ein so konzipiertes Produkt eine geringere Rolle, da PC-Besitzer ohnehin akzeptieren, dass die Hardware ein breites Leistungsspektrum abdeckt.
Ein zweites Modell ist nicht in Sicht. Valve plant derzeit keine Festlegung eines neuen Leistungsziels mit festem Zeitplan. Laut Griffais beobachtet das Unternehmen die Markteinführung der nächsten Konsolengeneration und die Anpassung der Spiele daran. Dazu gehört auch der aktuelle RAM-Mangel, der den gesamten Hardwaremarkt belastet und den Valve im Blick behält, während Konsolenhersteller und andere Unternehmen auf die neue Generation umsteigen.
Aldehayyat führte die langsamere Frequenz auf das veränderte Spielverhalten von PC-Spielern zurück. Er verwies auf den verlangsamten Upgrade-Zyklus bei Gaming-PCs, was seiner Ansicht nach die Nutzungsdauer der Steam Machine verlängert. Ein heute auf den Markt kommendes Gerät, so argumentierte er, habe eine längere Lebensdauer als ein vor zehn Jahren erschienenes, da die Besitzer seltener Teile austauschen müssten.
Ich nutze ein Steam Deck, das auch vier Jahre nach Release noch den Großteil meiner Spielebibliothek verwaltet. Daher interpretiere ich Valves Zurückhaltung bezüglich eines Nachfolger-Zeitplans eher als Spiegelbild der Nutzung dieser Hardware durch die Spieler denn als Verzögerungstaktik. Laut Aldehayyat hängt die Frage des Upgrades von Preis, Zeitpunkt und dem Spieleangebot ab.
„Es ist einfach eine Frage des Zeitpunkts, des Preises und der verfügbaren Spiele. Wenn beispielsweise viele neue Spiele auf Steam erscheinen, die mehr Leistung benötigen, würden wir die Steam Machine wahrscheinlich schneller aufrüsten wollen.“
— Yazan Aldehayyat
Dieser letzte Punkt gibt den Anstoß für eine Steam Machine 2, die nicht von Valve selbst entwickelt wird. Neue, anspruchsvollere Spiele auf Steam würden das Unternehmen dazu bewegen, die Hardware zu aktualisieren. Bis solche Titel erscheinen, entspricht die aktuelle Steam Machine den üblichen PC-Upgrade-Praktiken.
Die Referenzpunkte des Steam Decks unterstreichen den Kontrast. Valve brachte das ursprüngliche Deck 2022 auf den Markt, kurz darauf folgte eine OLED-Version. Das Unternehmen gab an, an einem Steam Deck 2 zu arbeiten, nannte aber keinen Veröffentlichungstermin. Die Steam Machine hingegen wird laut Valve diese Meilensteine im Handheld-Bereich nicht erreichen. Ich denke, das Unternehmen geht mit dieser Diskrepanz ehrlich um, anstatt eine Roadmap zu verbergen, da die Ingenieure immer wieder auf Fragen zurückkommen, die sie zur neuen Systemgeneration noch nicht beantworten können.
Valve verteidigte auch den Preis der Steam Machine und den geplanten Liefertermin im Sommer und beharrte darauf, dass Steam Machine und Steam Frame trotz der Kritik am Liefertermin noch in dieser Saison erscheinen würden. Die Hardware selbst läuft mit SteamOS und fügt sich als kompakter PC ins Wohnzimmer ein. Sie verspricht jedoch keine feste Leistungsgrenze, was den Kern der Argumentation von Griffais und Aldehayyat ausmacht.
Die Botschaft ist vorerst klar: Die Steam Machine kommt als PC auf den Markt, der wie ein PC altert. Valve wird die Spezifikationen anpassen, sobald Preis, Zeitpunkt und Spielanforderungen übereinstimmen – nicht nach einem im Voraus festgelegten Zeitplan.
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