Hideo Kojima gibt Einzelheiten zur Trennung von Sony bekannt
Hideo Kojima gab sein erstes persönliches Interview, seit sein bevorstehendes Projekt PHYSINT von PlayStation auf Xbox gewechselt ist, und sprach zum ersten Mal darüber, wie Sony ihn genau über die Trennung informiert hatte. In dem Interview schilderte er Wort für Wort, was die Vertreter des Unternehmens ihm gesagt hatten, und beschrieb auch die Gefühle, die er in dieser Zeit empfand.

Zur Erinnerung: Vor einigen Wochen gab Hideo Kojima offiziell bekannt, dass PHYSINT von PlayStation auf Xbox wechseln werde, und begründete dies mit fehlenden finanziellen Mitteln. Seitdem hatte er keine Details zu der Situation preisgegeben, doch kürzlich gab er schließlich ein Interview.
Laut Kojima bat ihn Sony im Juni zu einem Zoom-Gespräch. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er gleichzeitig an zwei Projekten: dem Horrortitel „OD“ für Xbox und dem Spionagespiel „PHYSINT“ für PlayStation. Was Kojima schließlich zu hören bekam, brachte ihn völlig aus dem Gleichgewicht.
Man teilte ihm mit, dass man die Entwicklung von PHYSINT nicht länger finanzieren könne. Ich war schockiert und konnte das Gehörte zunächst nicht verarbeiten. Natürlich weiß ich, dass es in der Spielebranche derzeit viele Meldungen über Studio-Schließungen und eingestellte Projekte gibt, und ich verstehe die allgemeine Lage in der Branche. Aber ich dachte, bei „PHYSINT“ sei alles in Ordnung. Dass „PHYSINT“ sicher sei. Deshalb war ich überrascht. Aber nicht nur überrascht – wir verstanden den Grund dafür nicht.
Nach dem Telefonat hielt Kojima die Nachricht eine Zeit lang vor seinen eigenen Mitarbeitern zurück, da er sich Sorgen um die Zukunft des Studios machte. Er gab zu, dass er sich ernsthaft ein Szenario ausgemalt hatte, in dem Kojima Productions zusammenbrechen könnte: dass er das PHYSINT-Team entlassen müsste oder die Mitarbeiter von sich aus gehen würden; was die Bank denken würde, deren Kredite dem Studio nach der Veröffentlichung von „Death Stranding“ beim Ausbau geholfen hatten; was mit den Schauspielern geschehen sollte, die bereits für das Spiel gescannt worden waren.

Trotz des Schocks, den er durchgemacht hatte, betonte Kojima, dass er keinen Groll gegen das Unternehmen hege, mit dem er drei Jahrzehnte lang zusammengearbeitet habe, und dass er nach wie vor Sonys Technologie nutze.
Ich liebe Sony. Ich hege keine negativen Gefühle ihnen gegenüber, denn ich weiß, dass es derzeit eine schwierige Zeit für die Spieleindustrie ist. Ich war schon immer ein großer Sony-Fan. Ich benutze einen Walkman. Alle meine Kameras sind von Sony
Das Interview fand vor dem Hintergrund eines früheren Berichts von Bloomberg statt, in dem Budgetüberschreitungen und schwache Verkaufszahlen von „Death Stranding“ als mögliche Gründe für Sonys Entscheidung genannt wurden. Kojima Productions wies diese Darstellung jedoch später offiziell zurück und bezeichnete die Quellen des Medienhauses als unbestätigt. Die Entwicklung von „PHYSINT“ wird nun unter der Federführung von Xbox fortgesetzt, und für das Spiel wurde kürzlich Bill Skarsgård als Hauptdarsteller bestätigt.

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