Steam Machine – Erster Konkurrent, leistungsstärker als Valves Box
Der französische Technikhändler LDLC brachte einen Wohnzimmer-PC auf den Markt, den er zunächst „Stim Machine“ nannte – eine kaum verhüllte Anspielung auf Valves Steam Machine –, nur um den Namen wenige Tage später stillschweigend wieder fallen zu lassen. Laut dem französischen Fachmagazin „Du Geek“ entfernte LDLC alle Hinweise auf die Bezeichnung „Stim Machine“ aus der Produktbeschreibung und brachte das Gerät als „LDLC PC Box“ oder „PC Box Kit“ neu auf den Markt, offenbar nach dem Schluss, dass der Scherz seinen Zweck erfüllt hatte.
Die Hardware ist echt und die Spezifikationen sind konkurrenzfähig. Die PC Box ist mit einem Ryzen 5 8400F Prozessor und einer Radeon RX 9060 XT Grafikkarte ausgestattet. Valves Steam Machine nutzt die Zen 4 Architektur und RDNA 3 Grafik. Die 9060 XT ist hier der entscheidende Unterschied – sie liefert mehr Bilder pro Sekunde als die GPU der Steam Machine und sollte aktuelle Spiele problemlos bewältigen. Der Kompromiss liegt in Größe und Lautstärke. Die LDLC-Box ist physisch größer als Valves kompaktes Gerät und im Betrieb mit ziemlicher Sicherheit lauter.
Ein weiterer Unterschied ist für alle, die zwischen Steam Machine und PS5 abwägen und LDLC als dritte Option in Betracht ziehen, relevant: Die PC Box wird ohne vorinstalliertes SteamOS ausgeliefert. Käufer müssen sie selbst einrichten, während Valves Steam Machine sofort einsatzbereit ist. Dieser geringere Einrichtungsaufwand ist im Wohnzimmer, wo Plug-and-Play-Komfort im Vordergrund steht, von Bedeutung.
James, Hardware-Tester von Rock Paper Shotgun, brachte den Unterschied nach Durchsicht der PC Box-Spezifikationen auf den Punkt: „Leistungsmäßig dürfte sie die Steam Machine locker schlagen, zeigt aber auch, wie stark sich die Prioritäten verschieben können, wenn man speziell Wohnzimmer-PCs betrachtet. Sie ist mit ziemlicher Sicherheit deutlich lauter, und für ein Gerät, das ich vor mein Sofa stellen würde, ist sie immer noch zu groß und hässlich. Die Steam Machine sieht so aus, als würde sie sich nahtlos in jedes skandinavische Möbelstück einfügen; die Stim Machine hingegen wirkt, als gehöre sie auf den Schreibtisch eines völlig gelangweilten Vertriebsleiters für Kopierer.“
— James, Hardware-Rezensent von Rock Paper Shotgun
Die Preise beider Geräte sind hoch. LDLCs PC Box kostet als Bausatz ab 999,99 € und fertig montiert ab 1039,99 €. Valves Steam Machine kostet 1039 € für das 512-GB-Modell ohne Steam Controller (in anderen Ländern 879 £ bzw. 1049 $), während die 2-TB-Version 1359 € (in anderen Ländern 1149 £ bzw. 1349 $) kostet. Beide sind nicht gerade günstig und leiden unter dem anhaltenden Speichermangel, der die Komponentenkosten branchenweit in die Höhe getrieben hat. Valves eigene Ingenieure gaben an, dass die Steam Machine ursprünglich 30 bis 35 Prozent günstiger sein sollte, wodurch das Basismodell vor den Lieferengpässen bei etwa 750 $ gelegen hätte.
Ich denke, die Namensänderung ist der aufschlussreichste Teil dieser Geschichte – LDLC wusste ganz genau, was sie taten, als sie das Produkt „Stim Machine“ nannten, und änderte ihre Meinung dann, als es tatsächlich auf dem Markt war und die Presse darüber berichtete. Der Name war ein Marketingtrick; das Produkt selbst muss sich nun auf ganz anderen Ebenen behaupten.
Ob das möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. Valves Seite ruht sich in diesem Vergleich nicht aus. Ein Nachfolger der Steam Machine ist nicht unmittelbar bevorstehend. Die Valve-Ingenieure Pierre-Loup Griffais und Yazan Aldehayyat erklärten gegenüber PC Gamer, dass es keinen festen Zeitplan für eine zweite Version gibt und diese erst erscheinen wird, wenn Preis, Zeitpunkt und Spielanforderungen übereinstimmen. Das bedeutet, dass die aktuelle Steam Machine auf absehbare Zeit der Maßstab ist, an dem sich LDLC messen lassen muss.
Der Leistungsvorteil der PC Box ist unbestreitbar. Die RX 9060 XT ist eine neuere, schnellere Grafikkarte, und der Ryzen 5 8400F kann mit den von Valve verbauten Prozessoren mithalten. Ich würde diese reinen Zahlen ernst nehmen, aber der Einrichtungsaufwand und die Größe mindern den praktischen Vorteil für alle, die das Gerät lieber unter dem Fernseher als auf dem Schreibtisch aufstellen möchten.
Aktuell gibt es zwei Wohnzimmer-PCs in derselben Preisklasse: einen mit besserer Hardware, der jedoch umständlicher einzurichten ist, und einen, der sofort einsatzbereit ist, dafür aber weniger Bildwiederholrate bietet. Der Speichermangel, der beide Modelle beeinträchtigt, lässt sich wohl nicht so schnell beheben.
Lesen Sie auch: Der Steam Summer Sale 2026 läuft vom 25. Juni bis zum 9. Juli und bietet satte Rabatte im gesamten Katalog – The Witcher 3 ist um 90% auf 3,99 US-Dollar reduziert, Dead Space kostet nur noch 5,99 US-Dollar, und kürzlich erschienene Titel wie Resident Evil Requiem und REANIMAL sind um 20 bis 25 Prozent reduziert.

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