Brandon Adler weist „Cold-Take-Künstler“ zurück, während Obsidian sich „Fallout“ vornimmt
Brandon Adler, Game Director bei Obsidian Entertainment, nutzte einen LinkedIn-Beitrag, um auf Fragen einzugehen, was aus seinem Studio nach einer Woche voller Entlassungen geworden sei. Adler, der ein noch nicht angekündigtes Projekt leitet und seit 13 Jahren bei Obsidian tätig ist, schrieb, dass es ihm am schwersten gefallen sei, sich von Entwicklern zu verabschieden, die er zu seinen besten Freunden zählt, und mitanzusehen, wie Außenstehende Falschinformationen über die Identität des Studios verbreiten.
Der Beitrag erschien wenige Tage, nachdem Microsoft 3.200 Stellen im gesamten Xbox-Bereich abgebaut hatte – eine Entlassungswelle, die Obsidian Berichten zufolge ein Viertel seiner Belegschaft gekostet hat. Xbox hat das Studio seitdem auf die „Fallout“-Reihe umgestellt, und die bisher bekannt gewordenen Details zum neuen „Fallout“ deuten eher auf einen vollwertigen neuen Teil als auf ein Remaster hin. Obsidian brachte 2010 „Fallout: New Vegas“ auf den Markt, und das neue Spiel wird Berichten zufolge von Josh Sawyer geleitet, einem Designer, der bei jenem Titel eine zentrale Rolle spielte.
Adlers Hauptkritikpunkt war die Behauptung, Obsidian sei nicht mehr das Studio, das es einmal war. Er argumentierte, dass die Leiter und Regisseure der aktuellen Spiele dieselben Personen seien, die „The Outer Worlds“, „Pillars of Eternity“ und „New Vegas“ entwickelt hätten, und zog eine direkte Linie zurück bis zu „KotOR 2“.
„Ein weiterer schwieriger Aspekt ist, dass plötzlich eine ganze Reihe von Außenstehenden aus dem Nichts auftaucht, um darüber zu sprechen, was Obsidian ist oder was es nicht ist.“
— Brandon Adler
Er räumte ein, dass sich das Studio im Laufe von zwei Jahrzehnten verändert habe, sagte aber, sein Kern sei derselbe geblieben.
„Ist Obsidian noch dasselbe wie vor 20 Jahren? Nein, natürlich nicht. Nichts bleibt, wie es ist. Aber die DNA bei Obsidian ist dieselbe wie immer. Dieselbe DNA, die ‚KotOR‘, ‚New Vegas‘, ‚NWN2‘ und ‚Stick of Truth‘ geschaffen hat.“
— Brandon Adler
Ich interpretiere Adlers Argument so, dass Kritiker darauf nur schwer eine Antwort finden werden, da Sawyer, ein leitender Mitarbeiter bei New Vegas, Berichten zufolge nun die Regie beim neuen Fallout führt. Ein ehemaliger Kollege stimmte in den Kommentaren zu.
„Jeder, der schon einmal mit Obsidian zusammengearbeitet hat, weiß, wie wirklich besonders dieses Studio ist.“
— Deanne Adams
Was das Spiel selbst angeht, lieferte Jez Corden, Redakteur bei Windows Central, in einer kürzlich erschienenen Folge des Podcasts „The Xbox Reset“ die erste Einschätzung von außen. Corden sagte, das Projekt sei ein Hauptserien-Titel, der näher an den modernen Spielen liege, nicht isometrisch wie die ersten beiden „Fallout“-Titel und auch kein Spin-off, Taktik- oder Actionspiel.
„Ich habe gehört, dass es nicht isometrisch ist. Es ist wie ein echtes Fallout-Spiel, wie die modernen Fallout-Spiele. Ich habe nicht gehört, dass es ein Taktikspiel ist. Ich habe nicht gehört, dass es ein Spin-off ist … Ich habe gehört, dass es ein echtes Fallout-Kernspiel ist.“
— Jez Corden
Corden schloss nicht aus, dass es sich bei dem Spiel um das seit langem gemunkelte „Fallout 5“ handelt, obwohl er eine Veröffentlichung mit eigenem Titel nach dem Vorbild von „New Vegas“ erwartet und Chicago als möglichen Schauplatz ins Spiel brachte. Ich würde diese Chicago-Andeutung eher als Vermutung denn als durchgesickerte Information betrachten, da Obsidian weder zum Schauplatz noch zu den Plattformen oder einem Veröffentlichungszeitraum etwas bestätigt hat.
Der Wechsel zu „Fallout“ ging mit einigen Absagen einher. Bloomberg berichtete, dass Obsidian eine Fortsetzung von „Avowed“ aus dem Jahr 2025 gestrichen und den Story-DLC für „The Outer Worlds 2“ sowie die Multiplayer-Unterstützung für „Grounded 2“ auf Eis gelegt habe. Der ehemalige Studioleiter Chris Avellone widersprach dem teilweise auf X und erklärte, „Avowed 2“ befinde sich weiterhin in der Entwicklung und werde neu präsentiert, und dass andere Projekte, darunter ein noch nicht angekündigtes „Shadowrun“-Spiel unter der Leitung von John Gonzalez, lediglich pausiert und nicht eingestellt worden seien. Avellone sagte außerdem, Obsidian habe Bethesda bereits vor Jahren ein „Fallout“-Projekt vorgeschlagen, das jedoch abgelehnt worden sei.
Bethesda hat nicht bestätigt, ob „Fallout 5“ bei Obsidian liegt oder beim eigenen Team bleibt, und Berichte über Remakes von „Fallout 3“ und „New Vegas“ sind weiterhin unbestätigt. Adler schloss seine Mitteilung mit den Worten, er sei stolz auf die Geschichte des Studios und begeistert davon, was daraus geworden sei.
Lesen Sie auch: Obsidian soll Berichten zufolge „Avowed 2“ eingestellt und sich im Zuge der Entlassungen bei Microsofts Xbox-Sparte einem neuen „Fallout“-Titel zugewandt haben.
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